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Hilfe bei gelöschten Partitionen

Posted: 21 Feb 2026, 16:09
by Phil0283
Hallo zusammen,

mein Name ist Phil und ich bin neu hier in dem Forum.
Ich habe folgendes Problem:
Aus meinem alten PC habe ich die alte Festplatte ausgebaut und über USB mit dem neuen PC verbunden. Die Festplatte hat zwei Partitionen (C System, D Sonstiges), auf beide konnte ich problemlos zugreifen.
Irgendwann konnte ich nur noch auf die Partition C zugreifen, die zweite Partition D war sichtbar, aber ich konnte nicht zugreifen. Ich habe dann in der Datenträgerverwaltung den Laufwerksbuchstaben geändert, auch das hat nichts geholfen. chkdsk /f /r laufen lassen, keine Änderung. In der Datenträgerverwaltung wurde die Platte als RAW angezeigt
Dann habe ich Testdisk installiert, den Suchlauf gestartet, die Partitionen werden angezeigt. Ich habe dann die Partitionen P mit aufgerufen, und dann "write" gedrückt, nach der Meldung den PC neu gestartet, jedoch hat dies auch nichts gebracht. Im Gegenteil, jetzt kann ich nicht mal mehr auf C zugreifen.
Ich habe jetzt noch EaseUS installiert, das Programm hängt sich schon beim Start und Suchlauf nach den Laufwerken auf, sobald die Platte angeschlossen ist.
Zudem kommt beim Windows Start immer eine Fehlermeldung, sobald die Platte angeschlossen ist.
Ich habe einige Screenshots, kann sie hier aber nicht anhängen :-(
Hoffe sehr auf eure Hilfe, auf der Platte sind sehr wichtige Daten.

Vielen Dank + Gruß

Phil

Re: Hilfe bei gelöschten Partitionen

Posted: 22 Feb 2026, 01:59
by recuperation
Phil0283 wrote: Yesterday, 16:09 Hallo zusammen,

mein Name ist Phil und ich bin neu hier in dem Forum.
Ich habe folgendes Problem:
Aus meinem alten PC habe ich die alte Festplatte ausgebaut und über USB mit dem neuen PC verbunden. Die Festplatte hat zwei Partitionen (C System, D Sonstiges), auf beide konnte ich problemlos zugreifen.
Irgendwann konnte ich nur noch auf die Partition C zugreifen, die zweite Partition D war sichtbar, aber ich konnte nicht zugreifen.
Die Aussage ist zu unspezifisch - wo war die Partition sichtbar (Explorer und/oder Datenträgerverwaltung) und was stand da?
Ich habe dann in der Datenträgerverwaltung den Laufwerksbuchstaben geändert, auch das hat nichts geholfen. chkdsk /f /r laufen lassen,
Die Benutzung von chkdsk /f /r ist nur bei vorhandenen Backups sinnvoll. Zwar kann chkdsk ein teilgeschädigtes Dateisystem wieder in einen definierten, spezifikationskonformen Zustand bringen, aber dabei können Inhalte verloren gehen, die ein Datenrettungsprogramm noch erfolgreich hätte auswerten können.
keine Änderung. In der Datenträgerverwaltung wurde die Platte als RAW angezeigt
[RAW bedeutet, dass Windows kein Datensystem mehr erkennen konnte.]
Dann habe ich Testdisk installiert, den Suchlauf gestartet, die Partitionen werden angezeigt.
Hier fehlt ein Bildschirmfoto des Ergebnisbildschirms von TestDisk.

Ich habe dann die Partitionen P mit aufgerufen,
Wie meinen?!
und dann "write" gedrückt, nach der Meldung den PC neu gestartet, jedoch hat dies auch nichts gebracht. Im Gegenteil, jetzt kann ich nicht mal mehr auf C zugreifen.
Ohne Dokumentation der einzelnen Schritte per Bildschirmfoto kann ich leider nicht nachvollziehen, was Sie gemacht haben.
Entscheidend ist es, die gefundenen Partitionen nacheinander zu selektieren und mit der P-Taste ("list files") zu schaun, ob TestDisk in der Lage ist ein vorhandenes Dateisystem anzuzeigen.
Ich habe jetzt noch EaseUS installiert, das Programm hängt sich schon beim Start und Suchlauf nach den Laufwerken auf, sobald die Platte angeschlossen ist.
Zudem kommt beim Windows Start immer eine Fehlermeldung, sobald die Platte angeschlossen ist.
Ich habe einige Screenshots, kann sie hier aber nicht anhängen :-(
Das ist gut, das geht aber wohl nicht im Erstbeitrag.
Hoffe sehr auf eure Hilfe, auf der Platte sind sehr wichtige Daten.
wie immer sehr wichtige Daten und kein Backup. :roll:

Es gibt eine Art universelles Kochrezept in Datenrettungsfällen.
Man stellt sich die Frage vorab, ob man sicherheitshalber ein kostenpflichtiges externes Labor einschaltet oder ob man selber versucht minimalinvasiv zu diagnostizieren.
Dazu ist der Einsatz von Linux sehr zu empfehlen!
Man befragt die Festplatte nach ihrer eigenen Gesundheitseinschätzung und lässt einen SMART-Diagnosebericht erstellen, sinvollerweise mit Hilfe von smartmontools:

viewtopic.php?f=5&t=10910

Die entstandene Log-Datei kann man dann in Foren veröffentlichen und um Erklärung bitten.
Falls Sie smartmontools unter Linux nutzen, können Sie mit dem kostenlosen und quellcodeoffenem Programm Notepad++ die Zeilenumbrüche auf Windows-Darstellung abändern, dann gibt es keine Anzeigeprobleme unter Windows.

In Abhängigkeit vom Inhalt kann man überlegen, ob man alleine weitermacht oder doch ein kostenpflichtiges Labor einschaltet.

Macht man alleine weiter, geht es erstmal darum, den Gesundheitszustand der Festplatte zu konservieren indem man sie klont, bzw. den Inhalt Sektor für Sektor in eine Datei auf einem anderen gesunden Datenträger schreibt. Lesefehlerbedingt kann sich dieser Vorgang verlängern, hier braucht man Geduld.
Hierzu nutzt man das in der Bedienungsanleitung von TestDisk empfohlene kostenlose und quelloffene Programm "ddrescue" von der GNU Foundation (es gibt auch noch ein "dd_rescue" (Schreibweise beachten!) von Kurt Garloff.

Das Klonen einer gesunden 3,5''-Zoll Festplatte mit 5400 rpm und 4 TB Speicher benötigt im Bestfall 8 bis 8,5 Stunden.
Das kann auch eine Woche oder noch länger dauern.

Die meisten Datenrettungsprogramme modifizieren den kranken Patienten nicht. Bei Einsatz von Programmen wie TestDisk oder wenn man den "chkdsk"-Befehl ausprobieren will, ist es jedoch ratsam, den Klon nochmal zu klonen, damit man nach gescheiterten invasiven Rettungsversuchen (chkdsk, TestDisk) den Ursprungszustand wiederherstellen kann.

Nach erfolgreicher Erzeugung des zweiten Klons kann man dann mit TestDisk den zweiten Klon erforschen. Die Klons, sofern diese denn auf einer gesunden Festplatte erzeugt wurden, hat dann nur noch logische Fehler, also z.B. Lücken dort, wo ein Sektor auf der defekten Quelle nicht lesbar, aber keine störenden physischen Fehler, wie z.B. unlesbare Sektoren.

Mit Hilfe von TestDisk kann man dann nach Partitionen suchen und eventuell verlorengegangene Partition wieder in die Partitionstabelle einhängen.
Entscheidend ist aber immer auch der Versuch mit Hilfe der P-Taste ("list files") in die Partitionen hineinzugucken. Es ist auch nicht erforderlich bei Erfolg hier die Partitionstabelle neu zu beschreiben, TestDisk kann auch Teile des Inhalts oder den ganzen Inhalt einer Partition herauskopieren.

Falls TestDisk hier scheitert, übergibt man den zweiten Klon den kommerziellen Rettungsprogrammen, die typischerweise eine Vorschaufunktion bieten, bzw. einen beschränkten Rettungsumfang erlauben.

Falls die ausprobierten Rettungsprogramme scheitern, bleibt noch PhotoRec als letzte Verteidigungslinie übrig. PhotoRec ignoriert die vorhandenen Metadaten und versucht Dateien anhand von Fingerabdrücken in Dateien zu identifizieren. Der Preis besteht allerdings in der Aufgabe von Metadaten wie Ordnerstrukturen und fast immer von Dateinamen. PhotoRec funktioniert gut, wenn der Datenträger NICHT fragmentiert ist. Das ist am ehestens der Fall, wenn man einen Datenträger als Datenablage nutzt und kaum oder gar nicht auf diesem Datenträger Dateien löscht.

Am komfortabelsten ist es, wenn man den defekten Kandidaten in eine Docking-Station stecken kann, die man nach dem erfolgreichen Start des Betriebssystem einschaltet. Die stabilste Verbindung andererseits besteht dann, wenn man die Festplatte mit dem heute üblichen SATA-Bus verbindet.